Freitag, 7. März 2014

Wir starten unseren Weg

In genau 5 Tagen geht der Flug in die USA. Wir beginnen damit unsere Reise zu Leonards erster Operation. Die Amerikaner, wenn sie Reportagen über diese Operation zeigen, nennen sie "life changing surgery". Wir haben über ein Jahr auf diese Operation gewartet und nun ist es fast so weit. Es ist unglaublich, dass er in 11 Tagen operiert wird. Wir haben jetzt schon einen weiten Weg hinter uns gebracht. Die Spendenaufrufe, die Suche und Odysee nach einem geeignetem Arzt, Kritiken, Sorgen und Ängsten. Aber auch viele schöne Tage, die unvergessen bleiben: Leonards Wille zu stehen und zu laufen, alles das zu tun,was andere Kinder in seinem Alter auch machen können. Nichts und niemand hält ihn auf. Auch keine zwei krummen Füße oder zu kurze Unterschenkel. Nichts was uns von ärztlicher Seite alles angetragen wurde, ist bisher eingetreten. Leonard läuft mit seinen Orthesen mittlerweile, wie jedes andere Kind auch. Er klettert auf jeden Stuhl, Rutschen und Leitern können nicht hoch genug sein. Was ist das mehr als ein Wunder? Wir haben neben diesem Wunder auch ein weiteres Wunder erlebt: die kaum zu beschreibende Unterstützung durch Freunde, Familie, Bekannte und Menschen, die wir vorher nicht kannten. Einige von diesen Menschen durften wir näher kennen lernen und sie stehen uns auch heute noch bei. Aber viele von denen, die Leonard geholfen haben, werden wir nie kennen lernen. Leider! Vielen konnten wir nie unseren Dank ausdrücken. Dabei würden wir am Liebsten jedem persönlich die Hand drücken und sagen, wie viel uns jedes Wort und jede Spende (egal wie groß oder klein sie gewesen ist) bedeutet. Wir wissen auch, dass viele Menschen anonym ihre Geldspende gegeben haben, gerade weil sie unerkannt bleiben wollten. Vielleicht lesen auch diese Spender diese Worte und daher möchten wir hier allen Menschen, die unseren Weg begleiten und Leonard ein handicap-freies Leben ermöglich wollen, vom Herzen danken. Ohne Euch/Sie, wäre die Operation nicht möglich! Uns bedeuten auch die vielen aufbauenden Worte unsagbar viel und haben uns so über manch schwere Stunde hinweg geholfen. Nun ist es fast so weit und wir rüsten uns auch innerlich für den Berg, den es zu besteigen gilt. Diese Bergbesteigung wird sicher schwierig und wir wissen, dass die Zeit nicht einfach wird für uns alle. Besonders herausfordernd werden die drei Monate nach der Operation sein, wenn Leonard an beiden Beinen bis zum Oberschenkel Gips tragen wird. Das heißt, er wird nicht mehr laufen können, sondern wird vielleicht robben oder sich auf seinem Hinterteil rutschend fortbewegen. Da wird er vielleicht kreativ sein. Aber sicherlich wird er wenig begeistert sein, nicht mehr laufen zu können. So müssen wir auf diese Zeit gewappnet sein (Bücher, Malkasten etc. zur Ablenkung sind vorbereitet) und uns auch mental auf diese Durststrecke einstellen. Wichtiger ist, dass wir an das Ziel denken: Leonard auf geraden Füßen stehen und laufen zu sehen! So wird hoffentlich die Operation tatsächlich eine "life changing surgery" sein und wir unser erstes Etappenziel erreicht haben. Wir wissen, dass dieses der Auftakt für viele weitere Operationen ist. Die nächste Operation zur Unterschenkelverlängerung wird bald folgen. Aber erst konzentrieren wir uns auf die kommende Zeit und versuchen ihn in dieser schweren Zeit aufzufangen. 
Unser Freund und der Schirmherr von Leonards Stiftung, Pater Engelbert, hat ihm vor einigen Tagen seinen Segen gegeben. Wir hoffen und beten, dass uns bzw. Leonard der Segen auf unserer "Reise" begleitet und die Hand am 19.3 besonders schützend über Leonard gehalten wird. Bitte denkt an diesem Tag an ihn. Schickt ihm positive Gedanken oder betet für ihn. Alles wird helfen! Danke, dass Ihr uns bisher so kraftvoll unterstützt habt und Leonard auf eigenen Füßen laufen sehen wollt! Danke, dass Ihr uns auf unserem Weg begleitet!
Wir werden Euch über Facebook auf dem Laufenden halten und möchten uns hiermit von Euch verabschieden bevor wir unsere Reise antreten. Hoffen wir alle, auf ein gutes Gelingen und auf das beste Ergebnis!

Leonard mit seiner Familie

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